
Die Wirtschaft- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) hat der Gemeinde Stapelfeld vorgeschlagen, das bislang als Gewerbegebiet ausgewiesene Areal „Minerva Park“ künftig als Wohngebiet zu nutzen. Was einst als interkommunales Vorzeigeprojekt zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein gedacht war, soll nun auf Grund veränderter Rahmenbedingungen eine völlig neue Ausrichtung erhalten.
Die WAS begründet den Kurswechsel mit einer seit Jahren ausbleibenden Nachfrage nach Gewerbeflächen. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht gelungen, Unternehmen für den Standort zu gewinnen. Mehrere Jahre lang habe man versucht, Interessenten zu akquirieren – ohne Erfolg.
Auch auf Hamburger Gebiet und im Victoria Park, das Teil des gemeinsamen Entwicklungsraums war, stehen große Teile der vorgesehenen Gewerbeflächen bis heute ungenutzt. Um zu verhindern, dass bereits erschlossene Flächen dauerhaft brachliegen, strebt die WAS und die Stadt Hamburg nun eine grundlegende Umwidmung an.
Die ursprünglichen Planungen für das interkommunale Gewerbegebiet begannen noch vor der Corona-Pandemie. Damals ging man von einer dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung und einem steigenden Bedarf an Gewerbeflächen aus.
Nach der Pandemie habe sich jedoch gezeigt, dass die hochgerechneten Bedarfsprognosen nicht mehr zutreffen. Die Baukosten sind stark gestiegen und die Nachfrage blieb weit hinter den Erwartungen zurück – ein entscheidender Grund, warum das Projekt nicht wie geplant realisiert werden konnte.
Angesichts der veränderten Ausgangslage schlägt die WAS nun vor, das Gebiet für Wohnbebauung freizugeben. Die Fläche soll künftig als Wohngebiet weiterentwickelt werden und dabei weiterhin als Außenbezirk der Gemeinde Stapelfeld bestehen bleiben – direkt an der Grenze zu Hamburg. Für die Flächen auf der gegenüberliegenden Straßenseite westlich der Victoriaallee hat die Stadt Hamburg die städtische Wohnungsgesellschaft SAGA beauftragt, einen Entwurf für den Bau von Mehrfamilien- und Reihenhäusern zu erstellen.
Die WAS hat die Gemeindevertretung Stapelfeld offiziell gebeten, den Bebauungsplan entsprechend zu ändern und das Areal umzuwidmen. Mit der Entscheidung würde ein gescheitertes Gewerbeprojekt in ein Wohnquartier überführt werden. Gewerbeflächen stehen weiterhin im Victoria Park südlich der Stapelfelder Straße auf Hamburger Gebiet zur Verfügung.